Zusammenfassung

October 25th, 2007

Es fällt mir schwer, die Zeit in Ghana zusammenzufassen. Die Zahl der Eindrücke ist für einen Europäer schwer zu fassen, manchmal zu schwer, wie meine teilweise etwas genervten Blog-Einträge dokumentieren. Manche Leser - meistens waren es Ghanaer - haben das als Herabwürdigung ihrer Kultur empfunden und sich sogar persönlich angegriffen gefühlt. Ich kann das bis heute nicht verstehen.

Vielleicht ist das wichtigste, das ich in Ghana gelernt habe, dass es keinen Sinn macht, die Vorzüge und Nachteile von Kulturen gegeneinander aufzuwiegen. Wer Ghana besucht und sich etwas Zeit nimmt kann lernen, dass man eine ganze Kultur, Wirtschaftssystem und gesellschaftliches Wertesystem ganz anders aufbauen kann, als wir das hier in Europa tun - und damit sehr gut leben kann.

Mein Eindruck in Ghana war, dass Arbeitsleistung nicht die oberste Maxime ist. Klar habe ich mich geärgert, dass ich beim Geldwechseln in der Bank 45 Minuten warten musste, während sich die Transaktion in weniger als fünf Minuten erledigen lässt. Alle in der Bank haben sich statt dessen Zeit genommen, Zeit für einen Plausch, Zeit, um nicht immer von einer Stelle zur anderen zu hetzen. Hier in Deutschland wären sie für diesen Müßiggang wahrscheinlich nach kurzer Zeit gefeuert worden.

Aber, wenn man mal ehrlich ist: Was ist denn wirklich wichtig im Leben? Dass eine Transaktion bei der Bank schnell abgeschlossen wird oder das Zeit dafür ist, dass Menschen miteinander vernünftig umgehen, sich Zeit für ein Gespräch nehmen? Michelle Houellebecq (http://www.manuelm.org/buecher/?p=47) fasst die Einsamkeit in der modernen Massengesellschaft für meinen Geschmack sehr gut zusammen. Solche Fälle werden in Ghana nicht auftreten, vermute ich, und dafür kann man den Ghanaern nur gratulieren.

Manchmal hatte ich das Gefühl, Herbert Marcuse hätte seine Ideen alle in Ghana geklaut, als er über den Eindimensionalen Menschen geschrieben und seine utopischen Gedanken von einem Zurück zu mehr Spiel entwickelt hat. Wie viele Menschen in der westlichen Welt wünschen sich, ohne Stress zu leben. Nach meinem Empfinden ist das möglich, und in Ghana habe ich es so erlebt.

Trotz allem möchte ich in Europa leben. Gut 20 Jahre europäische Sozialisation sind nicht spurenlos an mir vorbeigegangen. Durch Ghana habe ich gelernt, dass die europäische Art zu leben nur eine unter mehreren ist. Diese Erfahrung hat das Leben bewusster gemacht: Ich hatte mit 25 Jahren nochmal die Wahl, es anders zu machen und ich habe mich aktiv für den Stil entschieden, den ich jetzt pflege.

Dafür bin ich den Ghanaern zu tiefem Dank verpflichtet, für ihre Gastfreundschaft und ihre Offenheit.

mehr Links

September 16th, 2007

Steffen hat mich auf auf seine beiden Seiten über seine Erfahrungen in Kamerun und Mali aufmerksam gemacht. Ghana ist sein nächstes Reiseziel. Wer schon mal schmökern will: kamerun.bytestrolch.de und mali.bytestrolch.de

Fotoausstellung

August 16th, 2007

Andrea Metzen hat eine Ausstellung über Briefkästen in aller Welt zusammengestellt, die derzeit im Museum für Kommunikation in Berlin zu sehen ist. Eine weitere Ausstellung findet vom 16. September bis 14. Oktober 07 in Bergisch Gladbach statt. Weitere sind in Arbeit. In Zukunft werden sich in der Ausstellung auch Fotos von Briefkästen aus Ghana finden, nämlich die aus meinem Beitrag mit dem Titel Post.

transafrika.org

August 13th, 2007

In letzter Zeit erhalte ich öfter mal E-Mails mit Hinweisen zu anderen Websites, die sich mit Afrika im allgemeinen und Ghana im speziellen beschäftigen. Hier sind zwei:

  • http://www.transafrika.org: Remo Nemitz, Geograph aus Potsdam, betreibt eine Website, auf der er detaillierte Informationen zu vielen afrikanischen Themen vorstellt.
  • ghana-net.com: Diese englischsprachige Seite enthält einge Menge gute Informationen über Ghana (und seit einiger Zeit auch einige meiner Fotos :-) )

Beleidigungen

May 18th, 2007

Die Kommentare zu meinen Artikel sind eigentlich eine eigene Geschichte. Ich habe inzwischen etwa doppelt so viele Kommentare erhalten wie ich Beiträge veröffentlicht habe. Die Frequenz, mit der neue Kommentare eingehen ist natürlich niedriger als noch zu der Zeit, als ich selbst in Ghana war. Dafür schreiben inzwischen mehr Menschen, die entweder selbst in Ghana leben oder dort zumindest aufgewachsen sind.

Einer dieser Kommentare hat mich zunächst betroffen gestimmt, später dann ratlos. Er stammt von Augustus Aihoon. Da er zu viele persönliche und wie ich finde ungerechtfertigte Beleidigungen gegen meine Person enthält, habe ich ihn nicht als Kommentar online gestellt sondern stelle ihn hier mit einigem zeitlichen Abstand und meiner Antwort darauf online.

Mit meiner Zeit in Ghana hat dieser Kommentar insofern etwas zu tun, weil er nochmal die starke Verbundenheit der Ghanaer zu ihrer Nation unterstreicht. Gleichzeitig dokumentiert er einen blinden Fleck vieler Ghanaer, der mir zuweilen aufgefallen ist. Ghana ist GUT - was sich in vielen Aspekten mit meiner Einschätzung deckt. Es ist aber NICHT NUR GUT. Und an dieser Differenziertheit scheint es häufig zu mangeln.
Der Originaltext ist jeweils kursiv gesetzt, meine Antwort darauf in normalen Lettern.

Author : Augustus Aihoon (IP: 41.204.38.77 , dhcp3877.4u.com.gh)
E-mail : augustusaihoon@lycos.com
URI : Whois : http://ws.arin.net/cgi-bin/whois.pl?queryinput=41.204.38.77

My Friend,

Why do you address me as “friend” if all you want to tell me is that I can never be your friend?

I have looked at your pictures. They are good pictures. However I find your comments so derogatory and offensive that, I think you need to go to school to appreciate the fact that your culture is only a different one, and not a superior one, as you so evidently produce here. Every people may have their strong and weak sides.

I totally agree that cultures are different and that each of them has pros and cons. I am aware, that my culture - I would call it the western European culture - is not at all state of the art. More that that: I think it is a mistake to compare cultures per se to say that culture A is better than B.

Productivity is higher in Europe, but therefore we have a steadly growing number of people who have to take psychopharmaca to cope with this way of life. Something is seriously wrong over here. I do not think, that you have a problem like that in your culture.

To deliberately make it seem that what you chose to publish represents the totality of Ghana is a false and mischievous misrepresentation.
You are nothing else than a racial bigot and a cultural illiterate who must be ignored by all who are interested in promoting global understanding and justice.

I do not know which entries of my blog you read, but I guess, one of the last entires called “Epilog” (http://www.manuelm.org/ghana/?p=374) is not among them. If it is, maybe you would like to read it again. Among other thinks I am expressing my gratitude for the people in Ghana for their friendliness and for giving me the opportunity to experience such an interesting time with them.

I cannot see how to link that to you allegation.

You don’t feel ashamed to present yourself as a ‘consultant’. Your real name is FRAUD!
Your ignorance denies you the privilege of discovering your wild contradictions. They paid your hotel bills, but expected you to pay for their plates of food? What was it you were trying to portray- they do not know the value of money? That they pay the higher bills and ask you to pay the lower ones?

I guess you missed the point of that paragraph while translating it to your language. I was saying that we did not at all expect the people from Nkwanta to pay for our bills and felt that it would have been our duty to pay for them. In this context we felt a little bit relieved that we payed at least for the dinner.

Maybe that is a German way of thinking. If you are invited you try to contribute as much as possible to the expenses which are caused by the invitation. We regard that as being polite.

You bought fruits cheaply on the streets- right? Even with our underdevelopment, we are able to grow farm produce cheaply than in Europe. If there were a just world and just terms of world trade- the whole world would be buying almost all agricultural produce from Ghana and other African countries.

From my knowledge the facts are a little different. Most Ghanean farmers do subsitency farming and their productivity is not at all comparable to international standards. A couple of developmental aid workes told me independantly from each other, that most of the chickens eaten in Ghana are imported from Europe. “How can that be?” was my first thought, since you have high import taxes on most products from the US or from European countries (cf. Einkaufsbummel, http://www.manuelm.org/ghana/?p=360). The only reason, that I can see is that the productivity in Europe is so much higher, that it is cheaper to produce them there, transport them to Ghana and pay import taxes.

I know, that European Union is giving lots of subvention for agricultural export products. But I do not think that these subvention is high enough to come up for transport and import taxes.

But no, people like you and your forefathers, and your current political thinkers and leaders, would rather subsidize your farmers, to insulate your market from our farmers. When you have made it impossible for us to compete on a fair level, you turn around and call us poor, and make fun of our supposed poverty and culture.

Maybe you are right, but what do you think of this: The only tractors, that I saw in whole Ghana were used on the Airport in Accra. I did not see a single tractor involved in agricultural work. Why? Surely there is a lack of machinery in your country and many people suffer from that. But it is not only the “bad people” in the rest of the world, who formed a conspiracy against Ghana. It is also the mismanagement in your country that keeps you poor. I do not think it is fair to only blame “your [the European] current political thinkers and leaders” for that.

Your country was recently crying out against Chinese clothing exports to Germany. The hypocrisy you represent makes you totally oblivious to same worse practices you have aflicted and continue to aflict on other nations.

You missed the end of the story between Europe and China: The Chinese are still flooding our market with their cheap products. The only difference is that we needed some time to adopt our economy to that fact. On the long run, we cannot keep their products away from our markets. The only opportunity is to work more efficient or produce with higher quality. Blaming the Chinese for producing at such low prices is kind of a reflex (maybe like falling back into seperating the world into arrogant whites and suffering blacks) but after some time you figure out, that this is not the original problem.

Your forefathers came to steal, rob, rape, and make fun of Africans. You have chosen to do same. And yet, the African as always, has arms stretched out to embrace you wherever you go in Ghana and other African countries. “He is the most undeveloped of men who makes robbery and cheating of his fellow men the key pursuit of his life”. Unfortunately this is the philosophy that has generated most of the wealth of the Western world. If you do not repent of your criminal ways, Mother Nature may pay you back in a grand style- for what you sow, you reap.

What you say about European history especially in relation to Africa is right and nothing to be proud of for someone who is born here. In fact, I do not know a single person who is not feeling that this was wrong.

But you are definitely wrong when you accuse me of chosing to do the same. Neither did I “steal, rob, rape or make fun of Africans”. From my cultural background, I found lots of things just different. Some of them made me laugh in the context in which they happend to me. Some were rather nasty. If you sum them up and come to a negative number on the bottom line, you read different things than me and all the other readers of my blog.

I do not want to see you standing at a German traffic light without any traffic but a single car and this car is waiting for minutes for the traffic light to switch to green. My guess is that you could hardly avoid to laugh about this degree of being righteous. And you would be right ;-)

Last but not least, reading about my experiences makes many people think about visiting Ghana. And I can assure you: they are coming to see a different culture and not to make fun of you.
Erwartungsgemäß bekam ich keine Erwiderung auf meine Antwort.

Fragen und Antworten

May 18th, 2007

Irgendwie bleibt meine Verbindung zu Ghana erhalten, obwohl es bald schon ein halbes Jahr her ist, dass ich das Land verlassen habe. Alle paar Wochen erhalte ich E-Mails mit Fragen, deren Antworten nicht so eindeutig aus meinem Blog hervorgehen. Einige der Fragen wiederholen sich, deshalb möchte ich sie hier mal gesammelt beantworten. Die Antworten basieren selbstverständlich lediglich auf meinem Erfahrungsschatz, sind somit unverbindlich und für die Richtigkeit kann ich in keiner Weise eine Gewähr geben.
Frage: Ich hab von hoher Kriminalität gegenüber Weißen gehört - stimmt das? Das die Menschen dort korrupt sind, scheint zu stimmen, aber wie schlimm ist es wirklich?

Antwort: Soviel ich weiß ja. Siehe den Beitrag zur Sicherheitslage und insbes. die Kommentare.

Frage: Ist die Verpflegung dort generell einfach, auch mit frischem Trinkwasser?

Antwort: Ja.

Frage: Bekommt man wirklich von gekauften Wasser in Flaschen auch Durchfall?

Antwort: Nein, hatte ich nie. Immer nur vom Essen. Und nie vom Essen von Straßenverkäufern sondern nur aus ghanaischen Restaurants, wo ich es nicht erwartet hätte.

Frage: Wie ist es um die Sicherheit in Ghana gestellt?

Antwort: Es gibt ein paar Regeln, an die man sich halten sollte (vgl. Sicherheitslage). Wenn man das tut, kommt man ziemlich sicher auch in die entlegenen Landesteile und wieder zurück ;-)

Frage: Ist es ruhig oder gibt es dort Unruhen?

Antwort: Von Unruhen habe ich nie auch nur gehört. Die scheinen nicht im Wesen der Ghana zu liegen.

Frage: Ich hab gehört, das im Norden ab und zu welche Vorkommen, auch wenns eher selten ist.

Antwort: Davon weiß ich nicht. Dort war ich allerdings auch nicht.

Frage: Würde mich sehr über ein paar Antworten freuen! Ich hab leider viel schlechtes über Kamerun und Burundi gehört und hoffe nun, dass das nicht auf Ghana zutrifft.

Antwort: Ich habe mich dort - von einigen Ärgernissen abgesehen - sehr wohl gefühlt. Mir kommt die Zeit in Ghana rückblickend wie ein Traum vor, obwohl ich mein jetztiges Leben nicht dagegen eintauschen möchte.

Artikel in JuS

April 20th, 2007

Felix, mit dem u.a. die MTB-Tour gemacht habe, hat einen Artikel für die Zeitschrift JuS über seine Erfahrungen in Ghana geschrieben. Er ist unter dieser Adresse online.

Epilog

December 28th, 2006

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Inzwischen bin ich wieder in Deutschland und was Ananas, Kokosnuesse, Plamen und Meeresrauschen angeht sitze ich erstmal auf dem Trockenen. Dies ist mithin der letzte Eintrag. Ich danke allen Lesern fuer ihre Geduld und das geflissentliche Ignorieren meiner Rechtschreibfehler. Ich hoffe, ihr hattet beim Lesen wenigstens halb soviel Spass wie ich hier vor Ort.

Vielen Dank an all die lieben Menschen in Ghana, die mir das Leben dort so angenehm und interessant gemacht haben. Eine dermassen vielfaeltige und in jeder Hinsicht (u.a. auch fuer die Schweissdruesen) stimulierende Umgebung wie in Accra habe ich noch nicht erlebt. Auch wenn ich hier sicher nicht auf Dauer leben moechte, weil Forschung im Bereich der Kuenstlichen Intelligenz hier einfach nicht moeglich ist, wird mir der interdisziplinaere und interkulturelle Austausch sehr fehlen.

Wer sich fuer ein Praktikum in Ghana entscheid - gleich welcher Fachrichtung er angehoert - wird hier viel lernen.

ghanaische Eigenheiten

December 27th, 2006

Vielleicht bin ich inzwischen zu lange in Ghana, vielleicht aber auch noch nicht lang genug. Einige Einstellungen und Eigenheiten der Ghanaer scheinen mir einfach paradox. Dadurch, dass man mit ihnen praktisch taeglich konfrontiert wird, ist es schwer zu vermeiden, sie nicht wahrzunehmen.

Mann und Frau

Was die Moral der Beziehungen zwischen Maennern und Frauen angeht sind die Ghanaer zumindest vorgeblich wesentlich strenger als ich es aus Deutschland gewohnt bin. Vor der Ehe im Haus der Freundin/des Freundes zu uebernachten ist gesellschaftlich inakzeptabel. Dementsprechend habe ich schon mehr als einmal ein Naseruempfen ueber die Zustaende in Europa bei meinen Kollegen erlebt.

Mit zwei Maedels zu verreisen ist nach meinen Massstaeben immernoch weniger verdaechtig als nur mit einer. Fuer die Ghanaer ist es aber trotzdem eine mittlere Katastrophe, weil wir aus Kostengruenden ueblicherweise ein Zimmer geteilt. Kuerzlich wurde ich gefragt, ob Maria und Christin meine Toechter seien und ich deshalb mit ihnen verreisen wuerde. Ein unverheirateter Mann mit zwei unverheirateten Frauen zusammen verstoesst hier unuebersehbar gegen die gesellschaftlichen Normen. Wie hohl diese Normen sind, sieht man, wenn man die HIV-Quoten von Deutschland und Ghana vergleicht. Ghana liegt klar in Fuehrung…

Freiheit

“Ghana is a free country!” hoere ich von so ziemlich jedem Taxifahrer. Haeufig wird die unvermeidliche Konversation damit begonnen. Der Einwand, dass ich mich nicht so frei fuehle, weil ich nachts sehr gut ueberlegen muss, wo ich mich ohne Taxi bewege und wo besser stellt dazu offenbar keinen Widerspruch dar.

Auch die Tatsache, dass man sich von Polizisten schikanieren lassen muss, bevor man endlich das Schmiergeld zahlen darf, scheint mir keine typische Eigenschaft der Freiheit zu sein.

Ich werde in Ghana erst als zweites als Mensch wargenommen. In erster Linie bin ich ein weisser Mensch. Auf diese Tatsache wird man auf der Strasse - je nachdem in welcher Gegend man sich aufhaelt - alle paar Sekunden bis Minuten hingewiesen. “Obruni” (=weisser Mann) oder auch “white man” bekommt man staendig hinterhergerufen. Mit der Eigenheit des Weissseins nehmen viele Ghanaer automatisch an, dass man ueberschuessiges Geld mitfuehrt, sie nach Europa mitnehmen kann oder ihre Schwester heiraten moechte. Ich bin heilfroh, dass ich einen Ring mitgebracht habe. Inzwischen habe ich mir angewoehnt, nur die Hand heben und mir nicht erst den Mund fusselig reden. Ich waere gerne einfach mal wieder ein Mensch wie jeder Einheimische, aber das geht nicht.

Religioesitaet

Die Ghanaer sind sehr religioes. Der Kirchbesuch am Sonntag ist obligatorisch. Bei vielen offiziellen Anlaessen wird ein Eroeffnungsgebet gesprochen. Auf der Mehrzahl aller Trotros und Taxis finden sich Bibelzitate oder andere religioese Slogans auf der Rueckscheibe. In Kumasi waren die groessten Anwesen im Besitz der Kirche. Als Gemeindemitglied muss man ein 10tel seines Gehalts abfuehren und die Leute halten sich daran.

“Gott hat alle Menschen und Tiere geschaffen, sie sind seine Geschoepfe. Wer einer anderen Kreatur schadet, beleidigt den Schoepfer. In diesem Sinne sollten wir miteinander umgehen.” So oder so aehnlich lautet der kategorische Imperativ auf ghanaisch. Auch er ist oft zu hoeren. Die Begruendung finde ich zwar nicht sehr befriedigend, die resultierende Handlungsmaxime ist aber ganz okay. Trotz aller Religioesitaet steinigen die Kinder Katzen oder spielen mit Krebsen am Strand Fussball. Kuerzlich fuhr bei uns im Trotro unter Christines Sitz eine lebende Ziege mit. Bei jeder Bodewelle hat sie laut gebloekt. Die Art, wie sie behandelt wurde, deutet darauf hin, dass obige Handlungsmassgabe nicht so richtig internalisiert ist.

Tiere

December 26th, 2006

Beim Sortieren meiner Fotos bin ich gerade auf ein Verzeichnis mit Bildern von Tieren gestossen, die sich mit der Zeit angesammelt haben.

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Da ist zunaechst die Katze mit den blauen Augen. Die Mietze laeuft auf dem Gelaende von Big Milly’s Backyard in Kokrobite herum.

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Dieser Wurm ist ungefaehr so haarig wie eine gesunde Katze. Das Foto entstand im Kakum National Park. Er ist ungefaehr so lang wie mein Zeigefinger.

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Diese putzigen Echsen sind hier sehr verbreitet. Anfang Dezember ist mir eine auf den Kopf gefallen, weil sie den Fehler gemacht hat, sich auf meiner Haustuer schlafen zu legen und sie nicht mehr rechtzeitig wach geworden ist, bevor ich von der Arbeit zurueck kam. Das Foto stammt ebenfalls aus dem Kakum National Park.