H.G. Wells – The Time Machine

Wells, der eng mit einem Nachfahren von Darwin befreundet war und sich zur Zeit der Veröffentlichung dieses Romans (1895) mit zahlreichen sozialdarwinistischen Theorien konfrontiert sah, beschreibt in diesem Roman die Erfindung einer Machine, mit der man durch die Zeit reisen kann. Er hält sich – das ist seine literarische Freiheit – nicht mit abstrusen Erklärungen darüber auf, wie diese Maschine funktionieren soll sondern sagt nur, dass die Zeit als eine weitere Dimension zu den drei räumlichen Dimensionen angenommen werden müsse. Für Reisen in die dritte Dimension bediene man sich schließlich auch technischer Hilfsmittel wie Flugzeugen. Warum sollte es solche Hilfsmittel nicht auch für die vierte Dimension geben?

Der Zeitreisende erzählt nach der Rückkehr von einer seiner Reisen den ungläubigen Freunden am Stammtisch von seinen Erlebnissen in der Zukunft im Jahre 800.000 A.D.

Die Menschheit besteht nur noch aus zwei Rassen. Die körperlich und geistig degenerierten Eloi leben über der Erde, verbringen den Tag mit Spielen und Liebe und die Nächte in prächtigen Palästen. Arbeit ist für sie unbekannt, sie profitieren von der auch physisch unterdrückten Rasse der Morlocks, die unter der Erde in lichtlosen Hölen für den Wohlstand der Eloi arbeiten müssen. Die Morlocks sind kriegerisch, physisch bestens an die Unterwelt angepasst und es kommt bereits zu nächtlichen Übergriffen auf die Eloi.

Mit dieser düsteren Perspektive blickt Wells auf die sozialdarwinistischen Thesen seiner Zeit und kommt dabei zu Schlüssen die – wenn auch sehr entfernt – Assoziationen mit Houellebecqs “Möglichkeit einer Insel” wachrufen.

2 Responses to “H.G. Wells – The Time Machine”

  1. Literatur » Blogarchiv » H.G. Wells - The War of the Worlds Says:

    [...] hließlich nutzbringenden Objekten unseres Handelns machen und es geht – wie auch schon in Time Machine um die sozialdarwinistischen Fragen seiner Zeit. Im Angesicht der Katastrophe trifft der Iche [...]

  2. Literatur » Blog Archive » John Irving - Until I find you Says:

    [...] Die US-amerikanische Ausgabe des Romans kommt in einem Hardcover mit schönem Papier und sehr angenehmer Typographie daher. Die Bindung der nicht ganz gleich breiten Blätter führt dazu, dass die Seiten nicht bündig gegenüber der Bindung enden. Sieht nett aus, scheint aber eine amerikanische Sache zu sein. Bei den Hardcover-Ausgaben von Barnes&Noble ist es ähnlich (vgl. Wells – Time Machine). Mit 820 Seiten hat nicht nur der Kopf zu kämpfen sondern auch die Arme des Lesers. [...]

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