Karlheinz Deschner – Der gefälschte Glaube

Im Gegensatz zu Dawkins Gotteswahn, der vor allem die philosophische Frage stellt, ob wir nicht auch gut (oder sogar besser) ohne Glauben leben könnten, konzentriert sich Deschner auf die Kritik an der katholischen Kirche selbst.

Mit Hilfe unzähliger Literaturstellen versucht Deschner nachzuzeichnen, wie die katholische Kirche systematisch das neue Testament “angepasst” hat, um die eignen Machtstrukturen zu rechtfertigen. Prominente Beispiele dafür sind die Infallibilität (auch dies ein eigens entwickeltes Kunstwort) des Papstes oder das Papsttum selbst, das die Kirche von Petrus ableitet, der jedoch bis einige Jahrhunderte nach Christi Geburt gar nicht als Papst bekannt war.

Streckenweise habe ich mich an 1984 erinnert gefühlt: Die geschriebe Geschichte wurde, wie Deschner anhand der Differenzen zwischen älteren und neueren Versionen des Neuen Testaments zeigt, systematisch verändert, Dinge weggelassen und andere hinzugefügt.

Ein interessanter Schluss ist auch, dass sich vor dem Hintergrund dieser Fakten die Institution der katholischen Kirche nicht vom katholischen Glauben trennen lässt, da die Institution die christliche Lehre zumindest maßgeblich beeinflusst hat.

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