Leo Perutz – Der schwedische Reiter

Perutz beschreibt – zeitweise mit romantischem Stil, manchmal modern – die Geschichte eines namenlosen Diebes und eines Adligen, die im frühen 18. Jahrhundert ihre Identitäten tauschen.

Der Dieb versucht und gewinnt sein Glück als vorgeblicher Adliger. Er heiratet die Frau die er liebt. Nach sieben Jahren ist die Zeit des Glücks jedoch vorbei und die beiden müssen wieder ihre Rollen tauschen.

Für mich etwas befremdlich waren die längeren Selbstmonologe der Protagonisten, die Perutz dafür nutzt, ihren inneren Geisteszustand und die gedanklichen Bahnen zu schildern, auf denen er sich entwickelt.

Insgesamt wirkt der Roman manchmal etwas zu konstruiert. Zahlenmystik begenet dem Leser mehr als einmal: sieben Jahre dauert das Glück des Diebes als Adliger, dreimal treffen sich die Helden in der Mühle des toten Müllers um ihr Schicksal zu ändern, dreimal taucht das Motiv des namenlosen Toten auf. Auch die Sprache, besonders die der wörtlichen Rede, wirkt mitunter sehr gekünstelt. Auf der anderen Seite vermittelt sie das (naive) Gefühl, im frühen 18. Jahrhundert bei den Charaktären des Romans zu sein.

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