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Haruki Murakami – Naokos Lächeln

Monday, May 2nd, 2011

Sehr einfühlsam – aber zum Glück nicht gefühlsduselig – beschäftigt sich Murakami mit (Jugend-)Liebe und Tod; Freud hätte seine Freude daran gehabt.

Der Protagonist Toru Watanabe verliert erst seinen engen Jugendfreund noch während der Schulzeit. Später, während des Studiums, kommt er mit dessen Jugendliebe Naoko zusammen, die von Depressionen und Suizidgedanken gequält wird, sodass sie schließlich ihr Studium abbrechen und in dauerhafte psychologische Behandlung muss.

Dort besucht er sie mehrmals in der Hoffnung, dass sie eines Tages ein glückliches gemeinsames Leben führen können. Während Torus Hoffnungen immer größer werden und er am Rande von Tokyo bereits ein kleines Häuschen samt Katze und Garten bezogen hat, in das Naoko nur noch einziehen muss, dreht sich für Naoko die Spirale nach unten; am Ende begeht sie Selbstmord.

Parallel ist es auch eine Geschichte über die Liebe zu mehreren Frauen, denn Toru verbringt mehr und mehr Zeit mit seiner Komilitonen Midori. Sie ist das Gegenteil von Naoko: schrill, kaum berechenbar, launisch. Toru ist zwischen beiden hin- und hergerissen, zwischen Naoko und Midori, zwischen Tod und Leben, bis er schließlich realisiert, dass Naoko tot und Midori lebendig ist.