Yann Martel – Life of Pi
Tuesday, April 26th, 2011Martel erzählt die Fiktion des indischen Jungen Pi Patel, der als einziger Überlebender eines Schiffsunglücks mehr als 200 Tage in einem Rettungsboot mit einem bengalischen Tiger, einer Hyäne, einer Ratte und einem Zebra auf dem Pazifik überlebt, bis er schließlich in Mexiko an Land gespült wird.
Martel gelingt es, die Geschichte so zu erzählen, dass die Grenze zwischen dem, was realistisch ist und der Fiktion sehr unscharf ist. Ganz bewusst spielt er mit diesem Gegensatz.
Einfallsreich ist auch seine Auseinandersetzung mit den Weltreligionen Hindusismus, Christentum und Islam: Der Protagonist der Geschichte sieht sich außer Stande, sich zu nur einer der drei zu bekennen und glabt und praktiziert statt dessen alle drei. Natürlich sind die Vertreter der Religionen nicht begeistert davon, aber so richtig erklären kann ihm niemand, warum es nicht möglich sein sollte, nicht an alle drei auf einmal zu glauben.
Ein faszinierender Roman.