Cater Coleman – Cage’s Bend
Monday, May 31st, 2010Coleman beschäftigt sich in seinem Roman mit verschiedenen Themen: Liebe, Erwachsenwerden, Generationenkonflikt und vor allem manische Depression. Ohne den Anspruch erheben zu wollen, die Krankheit im klinischen Sinne zu beschreiben zeichnet er ein sympathisches Bild von Cage, einem der Protagonisten, der in seinen 20ern manisch Depressiv wird und fortan entweder mit schlimmen Depressionen zu kämpfen hat, oder, wenn er gerade manisch ist, auf einem Trip ist, bei dem er geistreich und witzig aber auch in gefährlicherweise übermütig ist.
Im Laufe der Geschichte wird Cage in diverse geschlossene Anstalten eingewiesen. Coleman gelingt es hier, von Cage und seiner Familie ein Bild zu zeichnen, das die einfache Stigmatisierung als “Verrückten” unmöglich macht und statt dessen echtes Mitgefühl für Familie und Cage und seine Straftaten selbst entstehen lässt. Wenn Coleman eins gelungen ist, dann ist es m.E. vor allem dies.
Die anderen aufgezählten Aspekte sind für mein Verständnis nicht so gut herausgearbeitet. So wird nicht klar, wieso Cages sexbesessener Bruder Harper gegen Ende des Romans mit einem Mal von seinen Sexexzession und Kokainmissbrauch ablassen kann und mal schnell eine Familie gründet.
Auch die Eltern von Cage und Harper empfand ich als verhältnismäßig flach, gerade in Anbetracht der Ambivalenz ihrer Söhne.
Ansonsten aber sehr lesenswert.