So ähnlich wie Muriel Sparks Memento Mori die ansonsten eher wenig beachtete Perspektive der alten Menschen versucht literarisch einzufangen so versucht “The Catcher in the Rye” dies für pubertierende Jugendliche.
Die Stimmungsschwankungen, die das gesamte Spektrum zwischen “I hate him!” bis Vermissen derselben Person innerhalb von 24 Stunden abdecken, die Schwierigkeiten mit den eigenen sexuellen Trieben umzugehen und die Positionsbestimmung gegenüber anderen Altersgenossen erschienen mir sehr authentisch aus Sicht des Ich-Erzählers Holden Caulfield berichtet.
So echt die Perspektive des Pubertierenden in diesen Zusammenhängen herüberkommt, so überraschend nüchtern ist die Darstellung von Erwachsenen, denen der Protagonist auf seiner Irrfahrt durch Internat und New York begegnet. Hier ist Holden bereits ein Erwachsener.
Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass das Buch zur meistgelesenen Schullektüre überhaupt, gleichzeitig aber auch zur am meisten zensierten und von Eltern beklagten gehört, ist es erst Recht interessant, die Sprache und Holdens Ansichten gegenüber Lüge, Promiskuität und Respekt gegenüber älteren und insbes. Lehrern zu lesen.