Archive for February, 2008

Jean Paul Sartre – Der Ekel

Tuesday, February 5th, 2008

Sartre hat in diesem Roman eine Art Programm seines Existentialismus formuliert. Der Ich-Erzähler beschreibt in Tagebuchform, wie ihm die Selbstverständlichkeit des Alltags abhanden kommt. Mit einem Mal ist ihm seine eigene Existenz nicht mehr selbsteverständlich, er fragt sich, warum er existiert und in welchen Phasen. Ist er in einer Minute noch derselbe, wenn er sich in die Hand schneidet, existiert seine Hand, losgelöst von ihm?

Trotz dieser ziemlich grundlegenden Fragen artet der Roman an keiner Stelle zu einer Philosophievorlesung aus, im Gegenteil: Sartre macht sich über die Person des akribischen Autodidakten lustig, der in seinem Fleiß beim Lesen aller Bücher aus der Provinzbibliothek der Reihe nach von A-Z doch keinen Überblick über das Gelesene entwickelt.

Sicher nicht ganz einfache Lektüre, aber auf jeden Fall eine lohnende Herausforderung.