Archive for July, 2007

Jürgen Hansel, Gero Lomnitz – Projektleiterpraxis

Sunday, July 22nd, 2007

Gekauft habe ich mir dieses Buch bereits im 3. Semester, als ich an einem ersten größeren Software-Projekt mitgearbeitet habe – freilich nicht als Projektleiter. Trotzdem kam mir damals schon der Gedanke, dass es von Vorteil wäre, wenn ich typische Probleme im Projektmanagement benennen zu können, statt nur zu merken, dass es irgendwie suboptimal läuft.

Seinerzeit habe ich das Buch irgendwann wieder weggelegt, weil das Lesen wenig Freude macht. Die Autoren geben sich zwar Mühe, den Inhalt besser verdaulich darzustellen, aber trotzdem ist es ziemlich langweilig. Da ich inzwischen in einem sehr großen Forschungsprojekt mitarbeite, kam der gleiche Gedanke wie damals wieder hoch, diesmal mit etwas mehr Disziplin ausgestattet. Die brauchte es auch. Dank langer Bahnfahrten konnte ich mich so durch die etwa 160 Seiten kämpfen.

Fazit: Sinnvoll, sowas mal zu lesen – auch schon bevor man selbst als Projektleiter tätig wird, eben weil man einen geschärften Blick für Probleme bekommt.

David A Vise – The Google Story

Monday, July 16th, 2007

Vise zeichnet die Geschichte von Google nach, von den Anfängen der beiden Stanford-Studenten Larry Page und Sergey Brin bis zum Multimilliarden-Dollar-Imperium. Ich weiß nicht, um es einen typisch amerikanischen Stil für Sachliteratur dieser Art gibt, aber ein paar klischeehafte Merkmale springen schon ins Auge: Die beiden Gründer sind super-smart, die Deals, die sie abschließen sind extrem schwierig, die Bewunderung ihrer Zuhörer bei öffentlichen Auftritten ist frenetisch. Dabei werden die beiden irgendwie zu Popstars hochstilisiert. Vielleicht sind sie das auch irgendwie; aber die Überbetonung dieser Tatsache macht das Buch nicht gerade sachlicher.

Ansonsten gibt es viele Details zur Arbeit bei Google, das sich zumindest zufolge dieses Buches die universitäre Atmosphäre von Stanford erhalten hat. Abgerundet wird das ganze durch einen Eignungstest, mit dem sich allzu enthusiastische Leser bei Zahlenrätseln wieder abkühlen können. Trotzdem ziemlich interessant.

Harry Rohwolt – Der Kampf geht weiter. Nicht weggeschmissene Briefe

Wednesday, July 4th, 2007

Das Buch enthält gut 400 Seiten mit Briefen vom “Bären” aus den letzten 40 Jahren. Rohwolt eckt gerne an, schreibt Übersetzerkollegen und Schriftstellern dermaßen arrogante Briefe, dass man sie eigentlich für eine Satiere halten muss und eckt gerne überall an. Neben einigen Charakterzügen – die ich weniger schön fand – dokumentieren sie aber auch die Präzision und Überlegenheit, mit der Rohwolt von Anfang an mit Sprache und Sprachwitz umgegangen ist. Diese Fähigkeit hatte er offensichtlich bereits als Jugendlicher, wie frühe Werke in diesem Briefband dokumentieren.

Fazit: Amüsant und auch biographisch nicht uninteressant.