Pascal Mercier – Nachtzug nach Lissabon
Monday, May 28th, 2007Gregorius ist Lehrer für Griechisch, Latei und Hebräisch an einem Gymnasium im beschaulichen Bern. Den größeren Teil seines Lebens hat er in dieser Schule zugebracht, zunächst als Schüler, später dann um andere zu unterrichten. Seine Sicherheit in den alten Sprachen ist so groß, dass Schüler sich den Spaß erlauben, ihn mitten in der Nacht aus dem Bett zu klingeln und ihn nach schwierigen Vokabeln zu fragen. Nie hat er dabei einen Fehler gemacht.
Obwohl er die Spitznamen Papyrus und Mundus hat, wird er für sein Wissen respektiert.
Eines Tages trifft er auf seinem Weg zur Schule eine junge Portugiesin, von der er meint, dass sie Selbstmord begehen wolle, indem sie sich von einer Brücke stürzt. Er beobachtet sie dabei, wie sie erst einen Brief liest, ihn dann in Stücke reißt und an die Reling tritt. Er geht zu ihr und als erstes schreibt sie ihm eine Telefonnummer auf die Stirn. Es ist eine Telefonnummer aus dem Brief, die sie nicht vergessen möchte.
An diesem Tag kippt das bisher in ruhigen Bahnen verlaufende Leben von Gregorius. Er kauft das erstbeste Buch des fiktiven portgugiesischen Autors Prado.
Prado schreibt über das Nicht-Verstanden-Werden durch die anderen, die Unüberbrückbarkeit der Distanz zu den Mitmenschen. Aber auch darüber im Leben Ziele zu haben, vom Trott des Alltags mitgerissen zu werden und sie aus den Augen zu verlieren.
Gregorius merkt, dass auch sein Leben davonläuft und er macht sich auf den Weg nach Lissabon, der Heimat Prados, um herauszufinden, was für ein Mensch Prado war und um ihm möglichst nahe zu kommen.
Fazit: Ziemlich eindrucksvoll.