Guy de Maupassant – Bel Ami
Thursday, March 22nd, 2007Der Roman beschreibt exemplarisch den Journalisten Georg Duroy, der es sich in den Sinn gesetzt hat, im Paris des ausgehenden 19. Jahrhunderts groß herauszukommen. Er ist der Prototyp des rücksichtslosen Emporkömmlings, dem jedes Mittel recht ist, um seine Karriere voranzutreiben. Sehr war ich beim Lesen an Zolas Beute erinnert. Allerdings ging es diesmal nur ganz am Rande um Börsenspekulationen und hauptsächlich um den Journalismus, der sich ohne irgendwelchen berufsethischen Grenzen für den Zeitungsbesitzer Papa Walter (einen eitlen und arroganten Spekulanten) prostituiert.
Duroy ist jedes Mittel recht, um voran zu kommen. Er intrigiert am Ende sogar gegen seine eigene Frau, der er einen guten Teil seines Erfolgs zu verdanken hat, schließlich hat sie viele seiner Artikel geschrieben. Um die reiche Tochter seines Chefs heiraten zu können lässt er sie in flagranti von der Polizei bei einem Seitensprung mit einem seiner früheren Gönner erwischen, dem er das Kreuz der Ehrenlegion zu verdanken hat.
Noch bei der Hochzeit denkt er schon wieder an seine letzte Mätresse und wann er sich wieder mit ihnen treffen kann.