Daniel Kehlmann – Die Vermessung der Welt
Thursday, February 15th, 2007Kehlmann ist ein rel. junger Autor – Jahrgang 1975 – aber schon ziemlich erfolgreich und in mehr als 10 Sprachen übersetzt. In seiner letzten Erscheinung verbindet er biographische Fakten und Fiktion zweier berühmte deutscher Forscher der ausgehenden 18. Jahrhunderts: Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß.
Sehr flüssig und vielfach die eigene Rolle des Schriftstellers ironisierend schreibt verwebt er die beiden Geistesgrößen in eine Geschichte, die gleichzeitig ihrer beider Leben im Zeitraffer vorm dem Leser ablaufen lässt. Soweit zu den Pluspunkten. Ähnlich hat schon Irvin D. Yalom in “Und Nietzsche weinte” Nietzsches Biographie verfremdet, wobei mir dessen Scheibstil noch mehr gefallen hat.
Schade fand ich, dass man nie so recht weiss, was historisch belegte Tatsache und was Fiktion ist. Für einen Kenner beider Biographien mag das Buch sehr erhebend sein, weil er sein vorhandenes Wissen (auf das er nebenbei stolz sein kann) in unterhaltsamer Weise im Buch widergespiegelt finden mag.
Für mich bleibt trotz des interessanten Stoffs und der flüssigen Darstellung ein fader Nachgeschmack: Lieber hätte ich mir zweimal soviel Zeit genommen und stattdessen zwei Biographien gelesen.