Archive for January, 2007

Corinne Hofmann – Die weiße Massai

Sunday, January 21st, 2007

Nachdem ich Zurück aus Afrika bereits gelesen hatte, war es fast schon Pflicht, auch das erste Buch von Corinne Hofmann über ihr Leben mit einem Kenianischen Mann im Busch zu lesen.

Zurück bleibt bei mir etwas Ratlosigkeit. Vielleicht fehlt mir der Sinn für die wirklich romantische Liebe oder der Verstand pfuscht auch in die Gefühlswelt mit hinein. Die deutsche Autorin lernt ihren Traummann auf einer kurzen Fährfahrt in Kenia zufällig kennen und verliebt sich augenblicklich in seine Erscheinung. Mehr kann es schwerlich sein, denn weder er noch sie sprechen Englisch und so muss der Anblick genügen. Allen interkulturellen Studien zum Trotz, die sicherlich auch schon Ende der 1980er Jahre erschienen waren und wenigstens über einige der nicht-sprachlichen sondern kulturell bedingten Verständigungsschwierigkeiten hätten aufklären können, lässt sie sich auf das Wagnis ein und heiratet den Mann.

Erst später findet sie heraus, dass Männer seines Stammes nicht mit den Frauen zusammen essen dürfen, dass die Frauen beschnitten werden, dass die Männer ein Recht auf mehrere Ehefrauen haben, dass das erste Kind der Mutter des Mannes gehört usw. Der häufige Konsum von Miraa, einem leichten Amphetamin, und zuviel Alkohol machen die Sache nicht besser und scheinen bei ihrem Mann einer krankhaften Eifersucht Vorschub zu leisten, der sich soweit steigert, dass er jeden Mann, mit dem sich sich für nur wenige Minuten unterhält, für einen Liebhaber hält.

Es kommt wie es kommen muss: Die Ehe scheitert und sie flieht zusammen mit dem gemeinsamen Kind zurück in die Schweiz, wo das vorliegende Buch aus der Retrospektive geschrieben worden ist.

Pamela Watson – Der Traum von Afrika

Thursday, January 11th, 2007

Pamela Watson ist Australierin, lebt in London, hat einen Job als Unternehmensberaterin und macht tüchtig Karriere. Eigentlich alles, was die meisten Menschen – glaubt man dem Fernsehen – sich heute zu wünschen scheinen. Aber irgendwie fühlt sie sich von dieser Art Leben nicht ausgefüllt und so beschließt sie, den afrikanischen Kontinent von Westen nach Osten mit dem Fahrrad zu durchqueren.

Sie schreibt nicht die Geschichte eines extremsportlichen Ereignisses sondern es stehen eindeutig ihre Erlebnisse mit und ohne die Menschen im Vordergrund. Sie wird von Tse-Tse-Fliegen traktiert, muß durch glühende Hitze und beißende Kälte fahren, hat mehr als genug Begegnungen mit korrupten Polizisten usw. All die Erlebnisse, die einen in Afrika eben erwarten.

Was mir sehr gefallen hat ist, dass sie die Dinge einfach so beschreibt, wie sie sie erlebt hat, ohne sie auf Grund von political correctness zu filtern. Die Menschen verrichten ihre Notdurft in aller Öffentlichkeit auf der Straße, die Gerüche sind die Europäer teilweise atemberaubend. Doch sie wertet das nicht, sie bleibt fast immer deskriptiv.

Als ich das Buch im Dezember 2006 in Ghana las, hatte ich selbst eine Menge afrikanischer Eindrücke und viele ihrer Beschreibungen kamen mir gleichermaßen passend und prägnant vor. Trotz genug eigener Eindrücke brauchte ich für die 550 Seiten nur ein verlängertes Wochenende.

Corinne Hofmann – Zurück aus Afrika

Thursday, January 11th, 2007

Birte schenkte mir dieses Buch sehr passend zu meiner Rückkehr aus Ghana zu Weihnachten. Es erzählt autobiographisch von den Erfahrungen, die die Deutsche Corinne Hofmann macht, nachdem ihre große Liebe zu einem Massai-Krieger in Kenia scheitert und sie mit dem gemeinsamen Kind – und ohne den Mann – zu ihrer Mutter in die Schweiz flieht. Dort beginnt sie ein neues Leben, wovon ihr Buch berichtet.

Bekannt geworden ist die Autorin mit dem Buch “Die weiße Massai”, das millionenfach verkauft und in 15 Sprachen übersetzt wurde. Ich habe ihr erstes Buch noch nicht gelesen, kam aber trotzdem ganz gut mit dem zweiten zurecht.

Ziemlich unpretentiös schlidert sie ihre Bemühungen, sich wieder in der Zivilisation in der Schweiz zurechtzufinden, einen Job zu bekommen und ihn zu behalten etc. Manchmal ist mir der Stil etwas zu rührselig und emotional. Trotzdem habe ich jetzt Lust, “Die weiße Massai” endlich zu lesen.

Margret Greiner – Miss, wie buchstabiert man Zukunft

Thursday, January 11th, 2007

Die Autorin war zur Zeit der zweiten Intifada als Deutschlehrerin an einer plästinensischen Schule im Ostteil Jerusalems beschäftigt. Aus Deutschland stammend war Israel immer das Land ihrer Träume und mit ihrem Mann zusammen, der an der jüdischen Universität einen Gastlehrauftrag erhliet, bekam sie 2000 die Chance, dort zu leben und zu arbeiten.

Beide leben im jüdischen Teil Jerusalems und sie muss jeden Morgen das Osttor in den arabischen Teil passieren. Hautnah bekommt sie die Repressionen der Israelis gegen die Palästinenser mit. Einerseits ist sie selbst davon betroffen, andererseits aus den Berichten der Lehrer und Schüler aus ihrer Schule.

Sichtlich bemüht sie sich, beide Seiten zu verstehen, nicht einseitig mit ihren Symphatien zu werden. Einerseits erlebt sie die Repressionen gegen die Araber, andererseits schließt sich der Kreis der Bombenattentate radikaler Palästinenser immer enger um sie. Bald schon rasen die Krankenwagen nicht mehr an ihrem Haus vorbei um in einiger Entfernung die Toten und Verletzten des nächsten Attentats zu bergen, schließlich ist auch ihr Lieblingscafe und ihr Markt betroffen und sie könnte ebensogut zu den Opfern gehören.

Als die Gewalt mit einer Serie von schweren Bombenattentaten und dem Einmarsch israelischer Truppen ins Flüchtlingslager Jenin einen grausamen Höhepunkt erreicht, ist sie froh, das Land verlassen zu können. Zu diesem Zeitpunkt merkt man deutlich, dass ihre Symphatie zugunsten der Palästinenser kippt.

So kontrovers wie der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern ist kann man wohl keine wirklich neutrale Darstellung erwarten, in der der Autor nicht früher oder später von seinem Thema mitgerissen wird. Trotzdem: Sehr lesenswert.

Mark Twain – Tom Sawyer and Huckleberry Finn

Thursday, January 11th, 2007

Klar ist das ein Kinderbuch wie der Autor auch schon im Vorwort einräumt. Bei meinem Praktikum in Ghana war es jedoch schwer genug, etwas anderes als Seifenromane zu bekommen und so kaufte ich dieses Buch in der Englischen Originalausgabe. Beim Lesen hatte ich dann viel Spaß, auch wenn der Stil mit der vielen wörtlichen Rede unübersehbar der eines Kinderbuches ist.

Die Dialekte, die Twain verwendet, lassen sich so ohnehin nicht ins Deutsche übersetzen, nicht einmal sinngemäß. Das Englisch, dass die Schwarzen im Buch sprechen deckt sich genau mit meinen sprachlichen Erfahrungen, die ich in Ghana gemacht habe. So sagen sie z.B. “ax” an Stelle von “ask”.

Auch wenn ich manchmal etwas Stil genervt war ist die Geschichte doch kurzweilig.