Archive for October, 2006

Koos von Zomeren – Lord Byron war auch hier

Monday, October 9th, 2006

Zwei Brueder, der eine ein erfolgreicher Wissenschaftler auf dem Gebiet der Kroeten und Schlangen, der andere ein beruehmter Schriftsteller mit einer Schreibblockade, die inzwischen bereits zwei Jahre andauert, treffen sich zu einem gemeinsamen Wanderurlaub vor der Kulisse des Eiger. Der aeltere von beiden, der Schriftsteller, hat einer Familienlegende zufolge dem juengeren einst das Leben gerettet. Aus diesem grund durfte er den juengeren beliebig gaengeln und seine Lakritzdosis fuer sich beanspruchen, ohne dass ihm die Eltern Einhalt geboten.

Die Beziehung zwischen dem stets korrekten aber langweiligen Kroetenforscher und seinem auch im Erwachsenenaltern noch ziemlich unausstehlichen Bruder ist also nicht ganz einfach.

Doch dann gesteht der aeltere, dass er einen Mord an einer 20-jaehrigen Schweizerin begangen hat – ohne Motiv. Von nun an sind die Rollen vertauscht. Der Retter des juengeren Bruders ist nun der Boesewicht. Diese Rolle scheint er ebenso zu geniessen wie er sich in seinen Depressionen suhlt.

Besonders gut hat mir eine (fuer religioese Menschen sicherlich anstoessige) Idee gefallen, die der aeltere in einem der Gespraeche ueber Literatur aeussert. Er sagt, dass er gerne derjenige gewesen waere, dem die literarische Figur Gott eingefallen ist. Fuer ihn sei das der erfolgreichste Autor aller Zeiten.

Fazit: Kurze aber schoene Geschichte zweier ungleicher Brueder.

Sandor Marai – Ein Hund mit Charakter

Monday, October 9th, 2006

Wie jeder Schriftsteller von Weltrang, so fuehlt sich auch Marai aufgefordert, seine schriftstellerische Karriere um eine Geschichte ueber Hunde zu bereichern. Er gesteht dies mit einem Augenzwinkern, das die Geschichte schon vor ihrem Beginn von Stuecken wie “Herr und Hund” abhebt. Obwohl der Hund vordergruendig der Protagonist ist, so sind es letztlich doch eigentlich die Menschen, die mit dem Hund zusammenleben, die im Roman portraitiert werden.

Marai gibt Einblick in sein familiaeres Leben, seinen Arbeitsalltag und Zwistigkeiten zwischen verschiedenen Parteien in seiner Familie. Die Biogrpahie des Vierbeiners bildet nur einen Rahmen um eine Reihe von Beobachtungen und Charakterisierungen, die Marai in diesem Roman literarisch zusammenfasst.

Da ich kein grosser Hundefreund bin, hat mich das Thema zunaechst zurueckhaltend gestimmt. Nachdem ich mit dem Buch durch war, bleibt als Fazit aber das gleiche wie fuer alle anderen Buecher von Marai: lesenswert!

Chinua Achebe – Thins Fall Apart

Monday, October 9th, 2006

Achebe wurde 1930 in Nigeria geboren. er gehoert heute zu den am meisten gelesenen Autoren des afrikanischen Kontinents. Sein Roman “Things Fall Apart” wurde in diverse Sprachen uebersetzt, u.a. auch ins Deutsche, und gehoert in Ghana zur Pflichtlektuere in der Schule. Waehrend meines Praktikums in Kumasi (Ghana) lieh mir einer meiner einheimischen Mitbewohner dieses Buch, damit ich einen Einblick in die lokale Literatur bekomme.

Auf 183 Seiten beschreibt Achebe zunaechst Sitten und Braeuche der Ureinwohner des heutigen Nigeria und das Auftauchen der ersten Weissen.  Zunaechst als Missionare gekommen, errichten die Briten schnell ihr Kolonialsystem, das die Braeuche der Einheimischen schlicht ignoriert. Anhand der fiktiven Biographie des Protagonisten Okonkwo zeichnet er eine lebhafte und farbenfrohe Geschichte.

Fazit: Sehr lesenswert.