Henning Mankell – Der Mann, der lächelte
Saturday, April 29th, 2006Es passiert so selten, dass ich Kriminalromane lese, dass ich bisher noch keine eigene Kategorie dafür im Blog geschaffen habe. Ich glaube, Dürrenmatts Der Richter und sein Henker war der letzte, und das liegt 14 Monate zurück.
Mankell scheint mit seinen Büchern international auf großes Interesse zu stoßen, seine Krimis über Komissar Wallander gehören zu den derzeit am meisten gelesenen Krimis überhaupt in Deutschland. So wirbt dieser Band denn auch mit dem Untertitel “Vierter Wallander-Roman”.
Wallander ist ein schwedischer Kriminalkommissar, sein Fachbereich die Aufklärung von Morden. Zu Anfang der Geschichte ist er allerdings selbst damit beschäftigt, seinem Leben ein vorzeitiges Ende zu bereiten, indem er seine Depressionen in Alkohol ertränkt. Er hat in Notwehr einen Menschen erschossen und kommt darüber nicht hinweg. Seit einem Jahr ist er schon krank geschrieben und hat inzwischen die Entscheidung getroffen, frühzeitig in den Ruhestand zu treten, als einer seiner wenigen Freunde, ein Anwalt aus dem gleichen Städtchen Ystad, aufsucht und um seine Hilfe bittet.
Der Anwalt, der zusammen mit seinem Vater eine Kanzlei betreibt, kann nicht daran glauben, dass sein Vater bei einem Autounfall ums Leben gekommen sein soll, wie alle – auch die Polizei – annehmen. Vorher sei der Vater unruhig, fast ängstlich gewesen. Kurze Zeit später wird der Sohn – diesmal offensichtlicher – von drei Schüssen getötet in der Kanzlei aufgefunden. Wenig später entdeckt Wallander im Garten der Sekretärin eine Tretmine und sein eigenes Auto geht durch eine Autobombe in Flammen auf, die um ein Haar ihn und eine junge Kollegin das Leben gekostet hätte.
Die Ermittlungen sind schwierig und konzentrieren sich immer mehr auf einen Wirtschaftsmagnaten, der nicht weit von Ystad sein Geschäftsimperium von seinem Schloss aus kontrolliert. Die Hinweise verdichten sich dahin, dass er hinter dem Handel mit Organen vorher auf Bestellung ermordeter aus Afrika und Südamerika steckt.
Am Ende erhält die Geschichte einen Plot, der für einen Actionfilm geeignet ist, mit dem blutverschmierten Wallander (Bruce Willis), der auf dem Rollfeld des Flughafens mit einem Kofferwagen das startende Flugzeug des flüchtenden Bösewichts unsanft zum stoppen zwingt.
Fazit: Spannende Geschichte, aber auch nicht mehr.