Archive for November, 2005

Martin Walser – Tod eines Kritikers

Wednesday, November 30th, 2005

Bevor das Buch herauskam gab es einigen Wirbel darum, wie eine kurze Recherche bei Google zeigt. Alle Welt hatte eine Meinung zu diesem Roman. Dennoch scheiterten mehrere Versuche, das Buch im Buchladen zu bekommen. Bestellen wollte ich es dann auch nicht und so hat es bis heute gedauert, bis auch ich es lesen – in diesem Fall hören – konnte. Vielleicht war es auch nur ein Marketing-Gag von findigen PR-Leuten, den Inhalt des Buches derart brisant darzustellen.

Walser rechnet ab mit Feuilletonisten, selbsternannten Intellektuellen und vor allem, dem Literaturkritiker Ehrl-König. Wer Parallelen zwischen Ehrl-König und Reich-Ranicki sucht, wird sie sicherlich finden. Die Tatsache, dass sie in dieser extrem überzeichneten Satiere zu finden sind, gereicht Reich-Ranicki aber nicht gerade zum Vorteil. Wer ihn gegen diesen Roman verteidigen will schneidet sich und ihm ins Fleisch.

Die Handlung ist mal mehr und mal weniger lustig, die dargestellten Personen werden in ihren charakteristischen Merkmalen überzeichnet. Nicht sehr tiefschürfend, aber für lange Trainingseinheiten auf dem Ergometer genau das richtige.

André Kostolany – Kostolanys beste Tips für Geldanleger

Monday, November 14th, 2005

Auf Ioans Empfehlung hin habe ich mir dieses Buch gekauft, um einen Einblick ins Börsengeschehen zu bekommen. Kostolany kolportiert vor allem Anekdoten und wiederholt sich dabei mehrfach. Die Zusammenstellung des Buches macht den Eindruck einer auf den letzten Drücker zusammengeschusterten Hausarbeit.

Der Ungar Kostolany (1906-1999) gehört zu den berühmtesten Spekulaten den 20. Jahrhunderts. Wichtiges und unwichtiges aus Börsengeschehen und den damit verknüpften Biographien hat er auf etwa 350 Seiten zusammengetragen. Sie lesen sich sehr flüssig (man kann sie an einem Tag lesen), vielleicht weil der Inhalt so dahinplätschert. Alles in allem ein unterhaltsames Buch, was auch nicht schwer ist, da Kostolany sich gar nicht erst die Mühe gemacht hat, formale Inhalte zu vermitteln. Er wettert gegen Universitäten, Professoren und insbes. die Volkswirtschaftler, die ausser ohnehin evidenten Tatsachen und Fehlprognosen nichts von sich geben würden.

John Steinbeck – Grapes of Wrath

Thursday, November 10th, 2005

Steinbeck beschreibt die große inneramerikanische Migrationswelle Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA. Prototypisch verfolgt er ein Familie einfacher Farmer aus Oklahoma, die gezwungen wird, sich in Kalifornien einen neuen Lebensunterhalt zu suchen. Das Land vieler kleiner Farmer fiel in dieser Zeit an Banken und Spekulanten, die die Landwirtschaft industrialisierten und die kleinen Farmer massenhaft arbeitslos machten. Die Geschichte erinnert streckenweise an die ursprüngliche Akkumulation aus dem Kapital.