Archive for September, 2005

John Steinbeck – Of Mice and Men

Sunday, September 25th, 2005

CoverDüsteres Bild der Zwischenmenschlichkeit: Die Personen bestehen fast nur aus Wanderarbeitern, rastlosen Menschen, die nirgends zuhause sind, es nirgends länger als ein paar Wochen aushalten und keine realistische Aussicht darauf haben, dass sich das einmal ändern wird.

Wenn sie miteinander sprechen, was selten genug vorkommt, dann sprechen sie häufig von ihren Träumen und Nöten, ohne einander zuzuhören – sie reden aneinander vorbei.

Interessant für die Magisterarbeit: Die Dialoge sind ausschließlich in US-amerikanischem Slang gehalten. Verneinungen treten, ähnlich wie im Pidgin häufig als doppelte Verneinungen auf. Beispiele aus der Reclam Fremdsprachentexte-Ausgabe, Stuttgart 1989:

  • We wouldn’t ask nobody if we could. (S. 80)
  • We ain’t got nothing to say to you at all (S. 101)
  • I thought I tol’ you not to tell nobody about that. (S. 105)

John Steinbeck – Jenseits von Eden

Thursday, September 22nd, 2005

CoverGanz anders als Tortilla Flat. Zuviel Stoff, um in ein paar Zeilen zusammengefaßt werden zu können.

Interessant für die Magisterarbeit! Ein Absatz über kindlichen Egozentrismus. Kapitel 52, Abschnitt 3:
When you’re a child you’re the centre of everything. Everything happens for you. Other people? They’re only ghost furnished for you to talk to. But when you grow up you take your place and you’re your own size and shape. Things go out of you to others and come in from other people. It’s worse but it’s much better too.

John Irving – Rettungsversuch für Piggy Sneed

Tuesday, September 20th, 2005

CoverEin Besuch in der Innenstadt in Göttingen bescherte mir u.a. dieses Buch. Inhalt sind sieben Kurzgeschichten von John Irving aus den 70ern und 80ern.

In Rettungsversuch für Piggy Sneed skizziert Irving einen Grund, aus dem er Schriftsteller geworden ist: Er beschreibt das schlechte Gewissen gegenüber dem Mann, der früher immer den Müll abgeholt und an seine Schweine verfüttert hat, mit denen zusammen er in einem Stall gelebt hat und wofür er von der ganzen Stadt gehänselt wird. Als eines Nachts der Stall mit dem Müllmann Sneed und den Schweinen abbrennt, denkt sich der junge Protagonist, der übrigens auch Irving mit Nachnamen heisst, eine abenteuerliche Geschichte aus, um Sneed zu rehabilitieren. Am Ende ist Sneed doch im Feuer gestorben und Irving sieht eine Aufgabe des Schriftstellers darin, zu schreiben, was sein könnte, nicht nur was ist.

In Innenräume findet sich bereits etwas vom drastisch absurden Humor wie in Hotel New Hamshire oder Gottes Werk und Teufels Beitrag. Der Protagnist ist Urologe, der in einer Universitätstadt gut zu tun hat. Sein Nachbar richtet einiges Unheil beim Fällen eines Baumes an, der durch den herbstliche Abwurf seiner Walnüsse das Haus des Protagonisten und des Nachbars terrorisiert.

Fast schon in Iowa besc hreibt die letztendlich gescheiterte Flucht eines Ehemannes im roten Volvo durch die USA. Der Mann schafft es nach vielstündiger Fahrt bis zum ersehnten Mississippi, um dann doch umkehren zu müssen. Zuhause hat sich seine Frau shon mit dem Sherrif eingelassen.
Miss Barrett ist müde beschreibt eine Episode aus einem Mädcheninternat.

Brennbars Fluch karrikiert eine Debatte über Diskriminierung, indem Brennbar, der Held der Geschichte, sich volllaufen lässt um dann das Gespräch mit der Beschreibung seines Leidens an Pickeln ad absurdum zu führen. Seine ihm bedingungslos ergebene Frau unterstützt ihn dabei, ist aber eigentlich auch nur die Karrikatur einer intelligenten Frau, deren Allegorie sind in die Geschichte von den Pickeln hineinzuinterpretieren versucht.

Fremde Träume beschreibt einen verlassenen Ehemann, der in seiner nun bis aus den Hund leeren Wohnung die Träume seiner Familienmitgleider träumt.

Charles Dickens – der König des Romans erklärt Irvings Liebe zu Dickens, und sollte m.E. am Anfang von Gottes Werk und Teufels Beitrag stehen.

Aldous Huxley – Kontrapunkt des Lebens

Tuesday, September 20th, 2005

CoverHuxley beschreibt detailreich Moral und Gesellschaft der 1920er Jahre in Großbritannien. Eine Person im Roman ist Romanschriftsteller, der wiederum ein Notizenbuch pflegt, das in Auszügen Teil des Roman ist. Die Figur des alten Quarles, der immer von guten moralischen Vorsätzen und großen Projekten erzählt, sich so sehr in sie hineinsteigert, dass er selbst an ihre Bedeutung glaubt und zur gleichen Zeit die Vorsätze bricht und die Projekte nicht zu verwirklichen vermag, weil er an sich selbst scheitert, hat große Ähnlichkeit mit einem gewissen nahen Verwandten.

Udo Thiel – John Locke, Essay über den menschlichen Verstand.

Sunday, September 4th, 2005

CoverAufsatzsammlung zu Lockes “Essay”. Vor allem die Einleitung von Thiel und der Aufsatz von Specht “Über angeborene Ideen bei Locke” sind in das entsprechende Kapitel der Magisterarbeit eingegangen.

Genaue Literaturangabe:
Broschiert – 241 Seiten – Akademie-Verlag
Erscheinungsdatum: Januar 1997
ISBN: 3050028645

Rainer Specht – John Locke

Saturday, September 3rd, 2005

Sehr kompakte Einführung in die Diskussion zwischen Descartes und Locke um die Frage, ob Ideen angeboren oder zumindest im Gehrin angelegt sind (Descartes) oder im Laufe des menschlichen Lebens erworben werden (Locke).

Das Kapitel über diese Diskussion in der Magisterarbeit entstand u.a. auf dieser Textgrundlage.

Wolfgang Ebert, Georg Graffe, Günter Klein – Unterm Kreuz des Südens

Friday, September 2nd, 2005

CoverIn drei lose miteinander verbundenen Teilen beleuchten die drei Autoren zunächst die Entdeckung der Südseeinseln Polynesiens und Mikronesiens östlich von Australien vor allem durch James Cook.

Im zweiten Teil wind eindrucksvoll und detailreich der Wettlauf zum Südpol zwischem Amundsen und Scott rekonstruiert. Auch die Geschichte von Shackeltons heroischen Niederlagen wird hier erzählt.

Im dritten Teil finden sich Geschichten rund um das Kap Hoorn. Erst dieser Teil liest sich richtig flüssig, die beiden vorangehenden Teile muten über lange Strecken eher wie Sammelsorien von zwar genau recherchierten Details an, die sich am Ende aber eben doch nicht mehr in einer zusammenhängenden Erzählung zusammenfügen ließen.