Emile Zolá – Das Geld
Tuesday, August 23rd, 2005
Zolá schildert detailliert Leben und Schlicksal von großen und kleinen Aktionären im Umfeld der Pariser Börse. Der zwielichtige Saccard steht nach einer großen Pleite weitgehend mittellos da. Durch Charme und die großen Pläne anderer vermag er ein Bankhaus zu gründen, das nach kurzer Zeit bereits 150 mio Franc in Aktien ausgeschüttet hat. Durch eigene Spielleidenschaft und von dem Feuereifer ergriffen, der mit einem Mal die gesamte Pariser Börse ob dieser Erfolgsgeschichte erfaßt, treibt Saccard die zunächst vorsichtige Manipulation immer toller, bis der Aktienwert der Bank kurzzeitig 900 mio Franc erreicht und das gesamt von Saccard aufgebaute System aus Strohmännern und Betrügereien in sich zusammenstürzt.
Zurück bleiben tausende nunmehr mittellose Kleinaktionäre deren Schicksal Zolá vom Anfang der Bank über vielfaches kurzzeitiges Millionärstum bis zur völligen Verarmung verfolgt.
Die Parallelen zum dot-com-Boom um die Jahrtausendwende konnte Zolá nicht kennen, er hat den Lauf der Geschichte aber quasi vorweggenommen.

Marai schreibt aus der Perspektive der ersten und der zweiten Ehefrau sowie des zum zweiten Mal geschiedenen Ehemanns über den “Irrtum der Liebe”. Er ist Sohn eines der größten Industriellen im Ungarn vor dem Ersten Weltkrieg, verliebt sich mit 30 Jahren in das Hausmädchen, heiratet aber standesgemäß eine Bürgerstochter und fürht mit ihr ein seiner Klasse so angemessenes wie langweiliges Leben. Stets bleibt er unnahbar, allen Versuchen seiner Frau zum Trotz, die alles unternimmt, um ihn von ihrer Liebe zu überzeugen. Als das gemeinsame Kind stirbt geht die Ehe nach zwei weiteren Jahren des Wartens – inzwischen auf die Rückkehr des einstigen Dienstmädchens aus England zurück nach Ungarn – auseinander.
Mersch gliedert seine Einführung in drei Teile: Im ersten Teil erläutert er an Ecos Roman “Der Name der Rose” grundlegende Ideen der Semiotik. Das liest sich flüssig und macht Lust, den Roman gleich nochmal zu lesen. Im zweiten Teil folgt dann – etwas trockener aber trotzdem gut zu lesen – semiotische Theorie. Im dritten Teil wird dann “Das Foucaultsche Pendel ” ähnlich wie im ersten Kapitel erläutert.
Dreyfus hat als Professor für Philosophie mit 10 jähriger Lehrtätigkeit am MIT die Künstliche Intelligenz der 1950er und 60er Jahre untersucht – also die ihre erste Hochzeit – und ihre erste große Kriese lediglich aus erkenntnistheoretischen Argumenten heraus vorhergesagt.