Umberto Eco – Die Insel des vorigen Tages
Friday, July 29th, 2005
Umberto Eco scheint hier eher Stilblüten kultiviert zu haben. Spielerisch versucht er sich in unterschiedlichen Arten der Erzählung. Immer wieder taucht der historische Roman auf. Aber auch die Wissenschaftsgeschichte kommt nicht zu kurz, wenn er ausführlich über das Problem der Bestimmung der Breitengrade im 17. Jahrhundert referiert. Wer für “Der Name der Rose” bestritten hat, dass es sich dabei um einen Gelehrtenroman handelte, wird beim Abstreiten des Vorwurfs gegen dieses Buch mehr Schwierigkeiten haben: Seitenweise erläutert Eco die Symbolik der Taube von Beginn der menschlichen Kultur überhaupt bis in die Zeit, in der der Roman spielt.
Manchmal wird es auch fantastisch, so wenn der Protagonist seinen imaginierten im Fieber deliriert und seinen Bruder trifft.
Am Schluss gibt es so viele Handlungsfäden, dass Eco ca. 100 Seiten vor Ende des Romans selbst auffällt, dass er sie mal wieder zusammenbringen müsste, was ihm nicht mehr so recht gelingen mag.
Für eine meiner letzten Prüfungen in der Informatik mit dem Thema “Konnektionistische Wissensverarbeitung” war das Buch eine optimale Vorbereitung. Ausführliche Konvergenzbeweise zu so ziemlich allen Netztypen, die mir bisher begegnet sind. Unter anderem auch mehrere ausführliche Kapitel über die Komplexität der verschiedenen Lernprobleme.
Auch wenn die Autorin beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb ausgezeichnet wurde: Mehr als ein Jugendroman ist es nicht. 