Archive for the ‘Magisterarbeit’ Category

John Steinbeck – Of Mice and Men

Sunday, September 25th, 2005

CoverDüsteres Bild der Zwischenmenschlichkeit: Die Personen bestehen fast nur aus Wanderarbeitern, rastlosen Menschen, die nirgends zuhause sind, es nirgends länger als ein paar Wochen aushalten und keine realistische Aussicht darauf haben, dass sich das einmal ändern wird.

Wenn sie miteinander sprechen, was selten genug vorkommt, dann sprechen sie häufig von ihren Träumen und Nöten, ohne einander zuzuhören – sie reden aneinander vorbei.

Interessant für die Magisterarbeit: Die Dialoge sind ausschließlich in US-amerikanischem Slang gehalten. Verneinungen treten, ähnlich wie im Pidgin häufig als doppelte Verneinungen auf. Beispiele aus der Reclam Fremdsprachentexte-Ausgabe, Stuttgart 1989:

  • We wouldn’t ask nobody if we could. (S. 80)
  • We ain’t got nothing to say to you at all (S. 101)
  • I thought I tol’ you not to tell nobody about that. (S. 105)

John Steinbeck – Jenseits von Eden

Thursday, September 22nd, 2005

CoverGanz anders als Tortilla Flat. Zuviel Stoff, um in ein paar Zeilen zusammengefaßt werden zu können.

Interessant für die Magisterarbeit! Ein Absatz über kindlichen Egozentrismus. Kapitel 52, Abschnitt 3:
When you’re a child you’re the centre of everything. Everything happens for you. Other people? They’re only ghost furnished for you to talk to. But when you grow up you take your place and you’re your own size and shape. Things go out of you to others and come in from other people. It’s worse but it’s much better too.

Udo Thiel – John Locke, Essay über den menschlichen Verstand.

Sunday, September 4th, 2005

CoverAufsatzsammlung zu Lockes “Essay”. Vor allem die Einleitung von Thiel und der Aufsatz von Specht “Über angeborene Ideen bei Locke” sind in das entsprechende Kapitel der Magisterarbeit eingegangen.

Genaue Literaturangabe:
Broschiert – 241 Seiten – Akademie-Verlag
Erscheinungsdatum: Januar 1997
ISBN: 3050028645

Rainer Specht – John Locke

Saturday, September 3rd, 2005

Sehr kompakte Einführung in die Diskussion zwischen Descartes und Locke um die Frage, ob Ideen angeboren oder zumindest im Gehrin angelegt sind (Descartes) oder im Laufe des menschlichen Lebens erworben werden (Locke).

Das Kapitel über diese Diskussion in der Magisterarbeit entstand u.a. auf dieser Textgrundlage.

Günther Schiwy – Der französische Strukturalismus

Saturday, August 13th, 2005

Cover
genaue Literaturangabe:

Der französische Strukturalismus
von Günther Schiwy
Broschiert – 249 Seiten – Rowohlt
Erscheinungsdatum: 1969
Auflage: [2. Aufl.], 16. – 20. Tsd.
ISBN: B0000BUIBZ

Übersichtliche Einführung in den Strukturalismus mit vielen Originaltexten von Strukturalisten. Sehr hilfreich.

Dieter Mersch – Umberto Eco zur Einführung

Thursday, August 4th, 2005

CoverMersch gliedert seine Einführung in drei Teile: Im ersten Teil erläutert er an Ecos Roman “Der Name der Rose” grundlegende Ideen der Semiotik. Das liest sich flüssig und macht Lust, den Roman gleich nochmal zu lesen. Im zweiten Teil folgt dann – etwas trockener aber trotzdem gut zu lesen – semiotische Theorie. Im dritten Teil wird dann “Das Foucaultsche Pendel ” ähnlich wie im ersten Kapitel erläutert.

Die Semiotik wird klar vom Strukturalismus abgegrenzt: Die Semiose wird nicht von einer Struktur regiert, die das Spiel der Signifikanten zugleich regelt und bann, sondern von einer unendlichdimensionalen Topologie aus assoziativ geknüpften Relationen, die keine stabile Formation erzeugt, sondern unablässig in Bewegung bleibt. (S. 117)

Weitere Notizen zur Zeichentheorie bei den Unterlagen zur Magisterarbeit.

Hubert L. Dreyfus – Was Computer nicht können

Monday, August 1st, 2005

CoverDreyfus hat als Professor für Philosophie mit 10 jähriger Lehrtätigkeit am MIT die Künstliche Intelligenz der 1950er und 60er Jahre untersucht – also die ihre erste Hochzeit – und ihre erste große Kriese lediglich aus erkenntnistheoretischen Argumenten heraus vorhergesagt.

Systematisch untersucht Dreyfus den damals gefeierten General Problem Solver und die ersten Programme mit “Sprachverständnis”. Er zeigt auf, dass immer wieder falsche Erwartungen geweckt wurden: Konnte ein Programm das Missionars-Kannibalen-Problem lösen, so wurde behauptet, dass es auch alle anderen Probleme lösen könne. Konnte ein Programm textual eingegebene algebraische Ausdrücke auswerten, so wurde das als allgemeines “Sprachverstehen” gefeiert.

Immer wieder weist er nach, wie phänomenologische Begriffe (z.B. “Information” im Sinne der Bedeutung eines natürlichsprachlichen Satzes) mit naturwissenschaftliche Begriffen (“Information” im Sinne der shannonschen Informationstheorie) verwechselt werden.

Er schildert, wie unbeliebt er sich mit seiner Kritik bei den Größen der KI gemacht hat.

Sein Resumee ist, dass die harte KI mit ihrem Ziel, Maschinen zu schaffen, die Intelligenz in einem Sinne haben, wie Menschen sie besitzen, mit den damals verfolgten Methoden scheitern muss.

Thomas S. Kuhn – Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen

Wednesday, June 22nd, 2005

genaue Literaturangabe: Thomas S. Kuhn “Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen”, suhrkamp taschenbuch wissenschaft Bd. 25, Suhrkamp Verlag, ISBN 3-518-27625-5

Kuhn hat die Wissenschaftsgeschichte untersucht und sich die Frage gestellt, in welcher Weise wissenschaftliche Paradigmenwechsel stattfinden. Er schreibt dazu auf S. 134:
Paradigmata können durch normale Wissenschaft überhaupt nicht korrigiert werden. Vielmehr führt die normale Wissenschaft, wie wir schon gesehen haben, letztlich nur zum Erkennen von Anomalien und zu Krisen. Und diese werden nicht durch Überlegung und Interpretation, sondern durch ein relativ plötzliches und ungegliedertes Ereignis gleich einem Gestaltwandel beendet. Die Wissenschaftler sprechen dann oft von den “Schuppen, die ihnen von den Augen fallen” oder dem “Blitzstrahl”, der ein vorher dunkel Rätsel “erhellt”, wodurch seine Bestandteile in einem neuen Licht gesehen werden können, das zum ersten Mal seine Lösung gestattet.

Ärgerlich, dass ich das Buch nicht früher gelesen habe. Unbedingt für den eigenen Bestand anschaffen.

Gilles Deleuze – Woran erkennt man den Strukturalismus

Wednesday, June 8th, 2005

Deleuze versucht – bei dem Titel nicht weiter verwunderlich – Kriterien für den Strukturalismus, insbes. den französischen anzugeben und durch Textstellen “typischer” Strukturalisten zu belegen.

Typische Strukturalisten sind bei ihm:

  • Jakobson (Linguistik)
  • Levi-Strauss (Soziologie)
  • J. Lacan (Psychoanalyse)
  • M. Foucault, L. Althusser (Philosophie)
  • R. Barthes (Literaturkritik)

Die Ursprünge sieht er in Saussure, der Prager und der Moskauer Schule.

Als zentrales Paradigma des Strukturalismus formuliert er:
In Wirklichkeit gibt es keine Struktur außerhalb dessen, was Sprache ist, und sei es auch eine esoterische oder sogar eine nicht verbale Sprache. (S.8)

Die sieben von ihm aufgezählten Kriterien wurden mit zunehmender Zahl für mich unverständlicher. Insgesamt wenig hilfreiche Lektüre. Notizen finden sich bei den Unterlagen zur Magisterarbeit.

Robert F. Barsky – Noam Chomsky

Friday, May 13th, 2005

genaue Literaturangabe: Robert F. Barsky: “Noam Chomsky – Libertärer Freidenker”, aus dem Engl. von Stefan Howald, Zürich, 1999, ISBN 3-85990-012-9

Entgegen meiner Erwartung wurde Chomsky nicht primär als Linguist behandelt sondern als linkspolitisch engagierter glänzender Akademiker dargestellt. In Hinsicht auf meine Magisterarbeit also nur begrenzt bedeutsam ist seine Biographie dennoch beeindruckend. Ein schönes Beispiel für die Redlichkeit.