Ben Shneiderman – Leonardos Laptop
Saturday, December 12th, 2009Shneiderman ist seit über 20 Jahren Professor für Informatik. Trotzdem – oder gerade deswegen – hat er nicht den Blick für’s Ganze verloren und überlegt in diesem Buch, was gut gelaufen ist in der Informatik und was nicht.
Vollkommen losgelöst von unseren Alltagsüberzeugungen fragt er etwa, warum bis heute Krankenakten vor allem mit der Begründung mangelnden Datenschutzes nicht elektronisch gespeichert und übertragen werden dürfen. Bei Geldtransaktionen scheint seit mehr als 20 Jahren niemand mehr ein ernstes Problem. Und was die Datensicherheit angeht kann bei nüchtener Betrachtung niemand ersthaft behaupten, dass Papierakten in einfachen Metallschränken in einer Arztpraxis nennenswert gegen Missbrauch, Diebstahl oder auch nur Banalitäten wie Vernichtung durch Feuer oder Wasserschäden geschützt wären.
Sein Buch erschien bereits 2002. Heute, sieben Jahre später muß man ihm in einigen Voraussagen Recht geben, so etwa in Bezug auf die sehr gestiegene Bedeutung der Bereitstellung von Nutzer-generiertem Content (Blogs, Twitter, Flickr…).
Insgesamt ein netter Denkanstoß, ab und zu mal wieder die Gedanken schweifen zu lassen.
Dreyfus hat als Professor für Philosophie mit 10 jähriger Lehrtätigkeit am MIT die Künstliche Intelligenz der 1950er und 60er Jahre untersucht – also die ihre erste Hochzeit – und ihre erste große Kriese lediglich aus erkenntnistheoretischen Argumenten heraus vorhergesagt.
Für eine meiner letzten Prüfungen in der Informatik mit dem Thema “Konnektionistische Wissensverarbeitung” war das Buch eine optimale Vorbereitung. Ausführliche Konvergenzbeweise zu so ziemlich allen Netztypen, die mir bisher begegnet sind. Unter anderem auch mehrere ausführliche Kapitel über die Komplexität der verschiedenen Lernprobleme.