Archive for the ‘Romane’ Category

Mark Haddon – The Curious Incident of the Dog in the Night-Time

Sunday, February 10th, 2013

Haddon beschreibt in seinem Roman die Welt aus der Sicht eines Jungen mit Asperger-Syndrom, einer milden Form von Autismus. Der Ich-Erzähler Christopher findet eines Nachts den Hund einer Nachbarin aufgespießt mit einer Gartenforke auf dem Rasen vor ihrem Haus.

Er entschließt sich dazu herauszufinden, wer den Hund getötet hat und erfährt dabei am Ende mehr über seine eigene Familie als über den toten Hund.

So sehr das Buch gelobt wird (Whitbread Book Award, Commonwealth Writers’ Prize, Guardian Children’s Fiction Prize), für mich wirkte die Geschichte doch eher fad. Der Autor versucht ehrlich, sich in die Perspektive eines Kindes mit Asperger-Syndrom zu versetzen, aber am Ende gelingt ihm das ebensowenig wie der Versuch, als Mensch durch das Facettenauge eines Insekts zu schauen.

Wenig hilfreich auch die klischeehafte Detailverliebtheit in Zahlen und Logikrätsel, noch dazu, wenn dabei so dumme Fehler im Buch sind die falsche Höhenangabe eines Berges (Mt. Kinabalu).

Am Ende nicht überzeugend.

Khaled Hosseini – Kite Runner

Sunday, February 10th, 2013

Hosseini hat einen Roman über die jüngere afghanische Geschichte seit 1975 geschrieben. Es geht um ethnische Konflike in Afghanistan und die Kriege, die das Land seit Beginn der 1980er Jahre praktisch dauerhaft im Griff behalten und am Boden halten.

Sehr lebhaft wird die Geschichte erzählt aus der Ich-Perspektive des kleinen Amirs erzählt, der alleine mit seinem Vater in Kabul aufwächst.

Sehr lesenswert.

Clemens J. Setz – Indigo

Sunday, February 3rd, 2013

Setz schreibt in diesem fiktiven Roman über bestimmte Kinder, sog. “Indigo-Kinder”, die von Geburt an bei Ihren Eltern Übelkeit, Kopfschmerzen, Durchfall bis hin zu multiplen Organschäden auslösen. Sehr geschickt verkehrt er die natürliche Anziehung zwischen Eltern und Kindern ins Gegenteil und spielt mit dieser Umkehrung.

Die Kinder werden in der Geschichte in einem Internat unterrichtet, in dem Genug räumlicher Abstand zwischen den Kindern und zu den Lehrern gewahrt wird, um die Übelkeit zu verhindern.

Immer wieder wird angedeutet, dass die Kinder auch zur Folterung von Gefangenen in Gefängnissen oder auch zur selbstgewählten Behandlung von Masochisten verwendet werden.

Was für mich bleibt ist eine eher wirre Geschichte. Wie ich finde nicht besonders gut geschrieben lebt sie vor allem vom Umkehren der natürlichen Anziehung zwischen Eltern und Kindern in Abstoßung. Ziemlich lahm.

Orhan Pamuk – Museum of Innocence

Sunday, January 27th, 2013

Pamuk schreibt in diesem Roman die bizarre Liebesgeschichte zwischen Kemal und seiner Cousine Füsun. Er, Anfang 30, aus wohlhabenden Verhältnissen, bereits CEO eines der Unternehmen seiner Familie und mit einer Verlobten in spe aus der gleichen Gesellschaftsschicht, trifft in einer kleinen Modebutik seine 18-jährige Cousine. Eigentlich wollte er seiner Verlobten in spe nur eine Handtasche kaufen, die sie im Schaufenster gesehen hatte. Aus einer spontanen Laune heraus verabredet er sich mit der Cousine, verführt sie bei der nächsten Gelegenheit.

Die beiden treffen sich fortan jeden Tag und er beginnt ein Doppelleben zu führen. Seine Verlobung findet wie geplant statt und am Tag der Verlobung zerreist die Liebe, die sich zwischen Kemal und seiner Cousine gebildet hat.

Unter dieser Trennung leidet er dermaßen, dass auch die Beziehung zu seiner Verlobten in die Brüche geht. Immer seltsamer und einsamer beginnt Kemal Füsun nach einiger Zeit bei ihren Eltern zu besuchen, wo sie mit ihrem Mann wohnt, den sie kurzer Hand heiraten musste, um die Schande vorehelichen Geschlechtsverkehrs zu kaschieren.

Über 8 Jahre besucht Kemal nun mehrmals jede Woche Füsuns Familie und entwendet Objekte aus dem Haushalt, die Füsun berührt hat. Daraus entsteht das Museum of Innocence, das Pamuk wirklich in Istanbul eröffnet hat und in dem er die Objekte aus dem Istanbul der 1970er Jahre ausstellt.

Nach 8 Jahren trennt sich Füsun schließlich von ihrem Mann und die Bahn ist frei für Kemal und sie zu heiraten. Doch genauso wie Kemal sie stets als Objekt und nie als Personal um ihrer selbst willen behandeln konnte, gelingt es auch auf ihrer großen Reise mit dem Auto nach Europa nicht und die Geschichte endet tragisch.

Emile Zola – Das Gelübde einer Sterbenden

Sunday, December 2nd, 2012

Zola denkt in diesem Roman über die Liebe nach. Sein Konzept von Liebe hat mich sehr an die klassisch griechische Unterscheidung zwischen Agape und Eros unterschieden. Der Protagonist, selbst Waisenkind und nur durch die Zuwendungen einer reichen Gönnerin in die Lage versetzt, eine ordentlichen Ausbindung zu genießen, trifft seine Gönnerin schließlich an Ihrem Totenbett, wo sie viel zu früh auf Grund des Kummers aus ihrer ungeglücklichen Ehe stirbt. Sie hinterläßt eine Tochter von 6 Jahren und dem Protagonisten die Aufgabe, über die Tochter zu wachen.

Selbst kaum erwachsen, tut er alles, um dieser Aufgabe gerecht zu werden. Es kommt jedoch, wie es kommen muss: er verliebt sich in die Ihr anvertraute und wird Zeuge, wie sie zunächst mit einem eitlen Zeitgenossen in einer unglückliche Ehe startet und sich dann in seinen besten Freund verliebt und eine zweite Ehe mit ihm starten möchte, nachdem ihr erster Mann überraschend verstirbt.

Und hier transzendiert der Protagonist dann in Zolas Erzählung von der Liebe zur Frau zu einer körperlosen Liebe seiner beiden Freunde.

Nach meinem Geschmack eine intelektuelle Übung, die ich ebensowenig nachvollziehen kann, wie ich sie für allgemein anwendbar halte.

Emile Zola – Arbeit

Saturday, September 29th, 2012

Zola bezieht in diesem Roman im Gegensatz zu seinen anderen Romanen klar Stellung, statt einfach nur naturalistisch seine Zeit zu beschreiben.

Sehr deutlich bezieht er Position für Koedukation, für Sozialismus in Form von Genossenschaften, gegen christliche Religion und die Kirche und insbes. gegen die damals herrschende Regierungsform.

Sein naiver technologischer Fortschrittsglaube ist für mich kaum nachvollziehbar, wenn ich ihn mit seiner ansonsten so klaren Betrachungsweise seiner Zeit, z.B. im Paradies der Damen vergleiche. Er geht wirklich davon aus, dass Maschinen dem Menschen die Arbeit in Zukunft weitestgehend abnehmen und die Menschen nur noch 4 Stunden pro Tag arbeiten werden sowie innerhalb der 4 Stunden die Tätigkeit mehrfach wechseln, wenn es ihnen zu langweilig wird.

In Summe sicherlich der schwächste Roman, den ich bisher von ihm gelesen habe.

Martin Suter – Die dunkle Seite des Mondes

Sunday, January 1st, 2012

Chinua Achebe – Heimkehr in ein fremdes Land

Sunday, December 4th, 2011

Achebe schreibt über einen Nigerianer, der nach seinem Studium in England in sein Land zurück kehrt, um dort für die Regierung aktiv zu werden.

Eigentlich ein ehrlicher Mensch, wird er dennoch schnell Teil der korrupten Administration, was ihn schließlich zu Fall bringt.

Martin Suter – Der letzte Weynfeldt

Sunday, December 4th, 2011

Michelle Houellebecq – Karte und Gebiet

Tuesday, November 29th, 2011

Houellebecq hat sich spürbar weiterentwickelt und ist nicht mehr auf sein Skandalautorimage angewiesen. Seine zwanghaften Beschreibungen pornographischer Szenen haben in den vorigen Romanen häufig in den Hintergrund gedrängt, dass er auch noch zu anderen Themen Meinungen zu äußern hatte. Das ist nun vorbei.

In Karte und Gebiet sind tritt der verkrachte Skandalautor Michelle Houellebecq selbst auf und wird grausam ermordet. Die Ambivalenz zwischen Alleinsein und Einsamkeit, gescheiterter Liebe und der Last des Erfolgs sind die Kernthemen.